Laurentiuskirche, Bludenz, 2004

Restaurationsarbeiten
Sakristei und Kirchenschiff

Auftraggeber: Pfarre Heilig Kreuzkirche, Bludenz

Bauleitung: Ing. Herbert Rünzler

Befundung und Betreuung: Mit Absprache des Denkmalamtes, Ing. Georg Mack


 

 

 

Geschichte

Die Bludenzer St. Laurentiuskirche liegt auf einer die Stadt beherrschenden Anhöhe neben dem barocken Schloss Gayenhofen und ist von Norden durch Mauerbogen, von Westen und Süden durch Treppenanlagen erreichbar. Vermutlich 806 Eigenkirche der Karolinger, 940 an den Bischof von Chur gefallen. Die Kirche aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einem Brand von 1491 bis 1514 wieder aufgebaut. Im Chor befinden sich Grabstätten der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. 1742/43 wurde die Kirche von Andreas Schmidt durch einen Anbau verlängert. 1776, 1857 und 1928 wurde sie renoviert und 1967 restauriert.


Aufgabenbereich

Restaurierung des Mauerwerks im Sockelbereich, Kirchenschiff, Chor und den nördlich und südlich gelegenen Nebenräumen.

Befundung

Die Kirche wurde mit Natursteinen und Kalkmörtel gebaut. Mischverhältnis des Mauermörtels: 3 Teil Sand, 1 Teile Kalk. Das Mauerwerk wurde mit einem Kalkmörtel verputzt im Mischverhältnis 2 Teile Sand, 1 Teil Kalk. Dieser Verputz wurde später mit einer Gipsglätte überarbeitet (begradigt). Die Schicht der Gipsglätte war zwischen 0,5 und 8 cm stark. Da im Sockelbereich aufsteigende Feuchte vorhanden ist, hat sich dort die Gipsglätte vom Untergrund gelöst. Gips ist nicht das geeignete Material für diese Bedingungen. In diesem Bereich verfaulte die Gipsglätte und der Verputz. Gips nimmt Wasser gut auf, gibt es jedoch schlecht wieder ab. Die Nebenräume (Sakristei und Toiletten), Kreuzgewölbe mit gotischen Formen. Diese wurden damals nicht mit Gipsglätte überarbeitet. Hier wurde noch mehrfach überkalkter Originalverputz vorgefunden.


Arbeiten

Im Kirchenschiff- und Chor war es notwendig den Verputz im Sockelbereich bis zum Mauerwerk zu entfernen und mit einem Kalkmörtel im Mischverhältnis 1 : 2 neu zu verputzen. Um die gleiche Oberfläche zu erzielen wurde der Verputz mit einer Kalkglätte überzogen. Um in den Nebenräumen einen guten Untergrund für einen Neuanstrich zu gewährleisten wurden die vorhandenen Kalkschichten vorsichtig entfernt, wobei keine Anzeichen von Wand- oder Dekorationsmalereien zum Vorschein kamen. Danach wurde eine neue Kalklasur aufgebracht.

Sakristei

Schadensbilder

Salzausblühungen im Kirchenschiff

 

Salzausblühungen im Kirchenschiff

 

Sockel Neuputz

Vorsichtiges entfernen der Kalkschichten